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Biografie
Wie Tiere und Menschen Verhalten lernen
Behaviorismus
Biografie
geboren 1904 in Susquehanna, Pennsylvania.
Studium der PSYCHOLOGIE an der Harvard-University.
Dort seit 1948 als Professor der Psychologie beschäftigt.
Werke:
Walden Two (Futurum II), New York 1948
The analysis of behavior. Toronto-London 1961 (mit J.-G. Holland).
Bekannt geworden durch Konditionierungsversuche mit Tieren (Tauben und
Ratten) in einer Skinner-Box. Im zweiten Weltkrieg Forschungsarbeit für
das Verteidigungsministerium wegen der military importance of animal
research (Missile project pigeon für das Office
of Naval Research).
Theorie: Ein erwünschtes Verhalten wird positiv verstärkt, indem
es belohnt wird, wie z.B. in der Skinner-Box durch eine Futterkugel. Steckt
kurzzeitig auch sein eigenes Baby zur Beobachtung in eine Skinner-Box.
Skinners Lerntheorien werden auch heute noch (in weiterentwickelter Form)
in Tierdressuren, in der Werbung und in der Verhaltenstherapie angewendet.
Wie Tiere und Menschen Verhalten lernen
von Burrhus Frederic Skinner (Auszug)
Ich habe mich einfach damit befaßt, wie Tiere und Menschen
Verhalten lernen. Wir fanden heraus, wie Verhalten durch ein schlichtes
Programm von Versuch und Belohnung geformt werden kann. Während des
2.Weltkrieges brachten wir Tauben bei, Missiles auf feindliche Kriegsschiffe
zu steuern.
Wenn wir das schon mit Tauben machen konnten, was konnten wir dann mit
Menschen machen?
Also entwickelten wir programmiertes Lernen und Lehrmaschinen.
Aber das ist nur ein Anfang.
Nennen Sie uns Ihre Anforderungen für ein gutes kommunales Leben,
und wir können das entsprechende Verhalten in jedem Bürger hervorrufen.
Er wird sagen, er ist glücklicher und auch freier."
Behaviorismus
Die einflussreichste Schule der amerikanischen Psychologie ist der 1913
von Watson (1828-1958) begründete Behaviorismus. Der Mensch isst,
fährt Velo, spricht, lacht, weint, errötet. Kurz, er verhält
sich, und dieses Verhalten soll handfest beobachtet werden.
Psychologische Theorien sollen nur Begriffe enthalten, die sich auf Objektives
im physikalischen Sinne beziehen. Diese physikalisch beobachtbaren Dinge
werden in eine einfache Formel gepackt:
Reiz --> Reaktion, bzw. Stimulus --> Response: S --> R
Was nach dem Auftreten des Reizes und vor der Reaktion im Organismus geschieht
ist nicht direkt beobachtbar und deshalb auch nicht Teil der Theorie.
Watson überlegt sich, dass klassische Konditionierung auch beim Menschen
funktionieren muss. Er wiederholt das Speichelflussexperiment mit Menschen
und kann seine These bestätigen. Jetzt stellt er die Hypothese auf,
dass Kindererziehung zu einem grossen Teil nichts anderes als Konditionierung
sei. Lediglich Angst Wut und Liebe bildeten angeborene Reaktionen. Dem
elfmonatigen Albert, der eine weisse Ratte sehr mochte, wird diese im
folgenden ziemlich vermiest: Jeder Versuch des Kleinen, sich der Ratte
zu nähern oder sie gar zu berühren wird mit einem Hammerschlag
auf eine Eisenstange begleitet, so dass Albert schon bald grosse Angst
vor der Ratte zeigt.
Fellähnliches Äusseres oder Watson mit Nikolausbart jagen ihm
darauf genauso Angst ein. Einen Monat später wird er mit Ratten,
Kaninchen und Hunden konfrontiert und zeigt durchgängig Angst. Das
weitere Schicksal des Jungen wird nicht beschrieben. Die Verhaltenskonditionierung
wird trotz abschreckender Beispiele nicht gemindert:
Skinner (1904-1990) führt Watsons Behaviorismus
mit dem Neobehaviorismus fort. Ein Tier, sagt Skinner, ist immer damit
beschäftigt, sich gegen mögliche Angreifer zu verteidigen. Er
entwirft einen besonderen Käfig, die Skinner-Box und steckt eine
Ratte und später eine Taube hinein. Immer wenn das Tier einen bestimmten
Hebel drückt, bekommt es das dahinter liegende Futter, wird also
für sein Verhalten belohnt. Dies animiert es, das Verhalten zu wiederholen.
So lernt die Taube nacheinander sich in
einen Lichtkegel zu begeben, zur Lichtquelle zu gehen und gegen das Fenster
zu picken, wobei sie für jede dieser Handlungen eine Erbse erhält.
Seine Tauben bringt er sogar soweit, dass sie miteinander Pingpong spielen.
Dass das Versuchstier das belohnte Verhalten wiederholt, nennt Skinner
die Verstärkung ("Reinforcement"). Wird das Tier für
sein Verhalten bestraft, z.B. mit einem kleinen Elektroschock, extinktiert
das Verhalten.
Die Begleitumstände des Stimulus sind bedeutend, ist Skinners Antwort
auf Pawlow und er nennt seinen Befund die operante Konditionierung.
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